eos guitar edition

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eos guitar quartet - 20+

eos guitar quartet
20+ / 20th Anniversary
(eos 234 –200–8)

Hörproben (MP3)
01. Máximo Diego Pujol *1957 Naranjas urbanos 2'55''
02. Michel Camilo *1954 Tango for ten 2'12''
03. Leo Brouwer *1939 Los caminos del viento 1'56''
04. Sérgio Assad *1952 Alvorada tropical 2'56''
05. Egberto Gismonti *1947 Karatê 1'54''
06. Wolfgang Muthspiel *1965 Eos 2'12''
07. Fred Frith *1949 Fáir 3'32''
08. Ralph Towner *1940 Dawn to dusk 3'47''
09. John Anthony Lennon *1950 At the sound of light 3'20''
10. John McLaughlin *1942 Lighthouse 2'27''
11. Christoph Baumann *1954 Boreas' visit 3'15''
12. Christy Doran *1949 Eos and Thitonos 3'56''
13. Pierre Favre *1937 Notos 3'49''
14. George Gruntz *1932 Eos'-long johns-color red 3'13''
15. Mahmoud Turkmani *1964 Eos – Ares 2'27''
16. Andreas Vollenweider *1953 Ein Liebeslied 2'52''
17. Roland Dyens *1955 Seul à seuls 2'45''
18. José Antonio Rodríguez *1964 Danza del amanecer 2'37''
19. Paco de Lucía *1947 Cositas buenas 3'52''
20. Mike Stern *1953 Check one 2'42''
21. Alexander Vinitsky *1950 Russian fantasy 5'33''

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Eos Guitar Quartet 20+

Seien wir ehrlich: Die schönsten Geschenke sind doch oft die, die wir uns selber machen. Doch was schenkt sich ein Gitarrenquartett zum 20-jährigen Bühnenjubiläum? Der Vergleich sei erlaubt: Was schenken sich Eheleute nach 20 Jahren? Eine Reise vielleicht ins Unbekannte, auf der man Vergangenes Revue passieren lässt und sich die gemeinsame Zukunft ausmalt? Oder doch lieber etwas Praktisches? Das Eos Guitar Quartet jedenfalls - obwohl durchaus auch praktisch veranlagt - entschied sich gegen neue Notenständer und für die Abenteuerreise. Selbstredend eine auf 24 Saiten.

20 Miniaturkompositionen sollten es werden von 20 verschiedenen Komponisten. 20 vergangene Jahre sollten gefeiert, der Schritt in die nächsten 20 gemacht werden. Denn: 20 Jahre Eos sind nicht genug. Das Projekt «20+» war geboren. Mitgemacht haben schliesslich 21 Musiker aus aller Welt - eben 20+. Einzige Auflage an die Komponisten war ein thematischer Bezug zur mythologischen Eos, der griechischen Göttin der Morgenröte und deren Weggefährten, sowie eine zeitliche Beschränkung auf zwei bis drei Minuten. Eigentlich ziemlich mutig, das Ganze: Was, wenn keiner mitmacht? Oder sich keiner an die Auflagen hält? Was tun, damit aus den Einzelkompositionen kein Flickenteppich entsteht, sondern ein musikalisches Gewebe, gemacht für eine Göttin der Morgenröte?

Von den 21 Titeln nehmen über die Hälfte Bezug auf Eos und ihre Entourage, entweder direkt namentlich (Doran, Gruntz, Muthspiel, Turkmani) oder sie thematisieren Morgenröte und Tagesanbruch (Assad, Frith, Pujol, Rodríguez). So bezieht sich der Argentinier Pujol mit «Naranjas urbanos» - etwa «urbanes Orange» - auf die Stimmung und die Farbe (schmutziges Grauorange), die den Himmel über Buenos Aires bei Tagesanbruch überzieht. Assad wiederum erweckt in seiner «tropischen Morgendämmerung» die Stimmen der ersten Vögel im brasilianischen Urwald. Frith aquarelliert in «Fáir» eine leise isländische Morgenstimmung. Auch die Winde, darunter Notos und Boreas, Söhne der Eos, hauchen drei Kompositionen Leben ein (Baumann, Brouwer, Favre). Bei vier Stücken schliesslich handelt es sich nicht um Originalkompositionen für das Eos Guitar Quartet; die Komponisten haben die Stücke aber speziell für das Quartett neu arrangiert (Camilo, Gismonti) oder sie haben Eos explizit erlaubt, schon bestehende Musik zu bearbeiten (de Lucía, Vollenweider). Weitere Details zu den einzelnen Stücken und Infos zu den Komponisten finden sich auf www.guitarquartet.ch.

Die schönsten Geschenke sind die, die wir uns selber machen. Und natürlich die, von denen auch andere etwas haben - das beweist die vorliegende Aufnahme. Wir dürfen wohl gespannt sein auf «Eos - 30+»!

Ruth Hafen